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16.11.2018 11:47 Alter: 30 Tage

MÄNGEL RÜGEN HEISST SOFORT RÜGEN

Ein Zeitraum von rund 30 Tagen zur Erhebung einer Mängelrüge stellt keine sofortige Reaktion dar.


 

Wer eine Sache kauft muss gemäss Art. 201 OR die Sache so rasch auf ihre Beschaffenheit prüfen, wie es nach dem üblichen Geschäftsgang tunlich ist.

Hat die Prüfung Mängel ergeben, für die der Verkäufer einzustehen hat, so muss der Käufer dem Verkäufer dies sofort mitteilen. Dies heisst, es muss unverzüglich - d.h. innert max. 1 bis 2 Tagen - am besten per Einschreiben (damit es beweisbar ist) schriftlich Mängelrüge eingereicht werden.

Gleiches gilt auch im Werkvertragsrecht. Gemäss Art. 367 OR hat der Besteller nach Ablieferung des Werkes, sobald es nach dem üblichen Geschäftsgang tunlich ist, dessen Beschaffenheit zu prüfen und den Unternehmer von allfälligen Mängeln in Kenntnis zu setzen. Auch gilt sofortiges Handeln.

Treten Mängel trotz entsprechender Prüfung erst später zu Tage und konnten sie bei der Prüfung nicht erkannt werden, so muss die Anzeige (Mängelrüge) gemäss Art. 370 OR sofort gemacht werden. Auch hier gelten maximal 1 bis 2 Werktage.

Das Bundesgericht hatte im Entscheid BGer 4A_245/2018 wieder einmal einen Fall zu beurteilen, bei dem an einem restaurierten Fahrzeug später Mängel auftauchten, die dann erst nach rund 30 Tagen gerügt wurden. Dies ist kein sofortiges Handeln mehr, weshalb die Rüge als verspätet taxiert wurde und der Besteller damit seine Mängelrechte verwirkt hatte. 

Die Lehre daraus: 

1. Am Besten sofort prüfen.

2. Bei Mängeln gleichentags oder am Tag danach reagieren und die Mängel rügen.

3. Die Mängelrüge schriftlich und per einschreiben versenden. 

Nur so können Sie erfolgreich auf Ihre Mängelrechte bestehen.

Für Streitfälle im Kauf- und Werkvertragsrecht stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

RA lic.iur. Markus Braun

 

 



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